Schwellenfreie Terrassentüren und barrierefreie Eingangslösungen für Senioren
Haben Sie zu Hause eine 5–7 cm hohe Schwelle an der Terrassentür? Für eine voll mobile Person ist das ein Detail, das man gar nicht bemerkt. Für einen Senior mit eingeschränkter Gelenkbeweglichkeit, Gleichgewichtsstörungen oder einem Rollator ist es jedoch ein echtes Hindernis, das zu einer ernsthaften Gefahr werden kann. Ein Sturz an der Terrassentürschwelle ist eines der häufigsten Unfallszenarien im Haushalt bei Menschen über 65 Jahren, und seine Folgen – Oberschenkelhalsbruch, Krankenhausaufenthalt, Verlust der Selbstständigkeit – sind oft irreversibel. Der Trend „Altern zu Hause”, also das Altern im eigenen Zuhause statt in einer Pflegeeinrichtung, erfordert einen völlig neuen Ansatz bei der Gestaltung von Terrassentüren und -fenstern. Der Schlüssel zu Sicherheit und Komfort ist die Beseitigung architektonischer Barrieren, und die effektivste technische Lösung sind HST-Hebeschiebetüren mit einer bodengleichen Schwelle.

Warum eine Türschwelle an der Terrassentür für Senioren ein reales Sturzrisiko darstellt
Eine Höhe von 5 bis 7 Zentimetern erscheint zunächst harmlos – doch in der Bewegungsbiomechanik eines älteren Menschen stellt sie eine ernsthafte Barriere dar. Senioren mit eingeschränkter Hüftgelenkbeweglichkeit heben den Fuß oft nicht mehr ausreichend an, sie schlurfen vielmehr über den Boden. Es reicht, mit den Zehen an eine Schwelle zu stoßen, um das Gleichgewicht zu verlieren.
Wie eine kleine Schwelle zur Barriere für Rollator, Gehstütze und Rollstuhl wird
Ein Rollator – das häufigste Gehhilfsmittel bei Senioren – setzt eine ebene, stufenlose Oberfläche voraus. Jede Schwelle erfordert ein Anheben des Geräts, was Kraft und Koordination verlangt, die älteren Menschen oft fehlen. Ein Rollstuhl überwindet eine Schwelle von mehr als 20 mm ohne Fremdunterstützung nicht. Selbst eine zwei Zentimeter hohe Kante erzeugt Widerstand beim Überfahren und erzwingt einen Ruck, der die Kontrolle gefährden kann.
Hinzu kommen Umgebungsfaktoren: Eine nach Regen nasse Schwelle wird rutschig, und bei schlechter Beleuchtung am Abend ist sie kaum sichtbar. Senioren mit verminderter Sehschärfe sind besonders gefährdet, im Bereich des Terrassenübergangs zu stolpern – vor allem wenn die Schwelle sich farblich nicht vom Bodenbelag abhebt.
Was ist eine Nullschwelle bei HST-Türen und wann ist sie wirklich notwendig?
Bevor Sie eine Entscheidung über die Art der Schwelle treffen, sollten Sie verstehen, welche Optionen die Konstruktion von Hebe-Schiebe-Türen bietet und wie sich die einzelnen Varianten voneinander unterscheiden.
Standardschwelle HST (48 mm) vs. Niedrigschwelle (bis 20 mm) vs. Nullschwelle
Die Standardschwelle eines HST-Systems beträgt 48–50 mm. Sie ist ein konstruktives Element, auf dem die Laufschienen und Dichtungen aufliegen. Sie lässt sich nicht einfach entfernen – aber man kann sie in der Bodenkonstruktion versenken.
In der Niedrigschwellen-Konfiguration ragt die Schwelle bis zu 20 mm über den Fertigbodenbelag hinaus. Diese Lösung erfüllt die Anforderungen der DIN 18040-1 und DIN 18040-2, die für barrierereduzierte Gebäude maximal 20 mm Höhenunterschied an Verkehrswegen zulassen. Für viele Senioren ist eine solche Schwelle vollkommen ausreichend – sie stellt keine Barriere für selbständig gehende Personen oder für Kinderwagen dar.
Die Nullschwelle ist eine Konfiguration, bei der die Oberkante der Laufschiene nur etwa 5 mm über den Fertigbodenbelag hinausragt. Dies ist ein praktisch nicht spürbarer Übergang, der jedoch eine präzise Planung aller Bodenschichten noch vor dem Estricheinbau erfordert. Die wenige Millimeter hohe Laufschiene ist das einzige Element, das in die Bodenfläche eingreift.
Wann reicht eine 20-mm-Schwelle aus, und wann lohnt sich die Investition in eine Nullschwelle?
Eine 20-mm-Schwelle ist geeignet, wenn der Senior selbständig oder mit leichter Unterstützung (Gehstock, Unterarmgehstütze) läuft und der Terrassenübergang nicht als Hauptverkehrsweg genutzt wird. Eine Nullschwelle wird in drei Situationen empfohlen: wenn ein Bewohner dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen ist; wenn man das Haus auf Jahrzehnte vorausplant mit Blick auf wechselnde Bedürfnisse; sowie wenn man vollständige Konformität mit den Universal-Design-Normen (DIN EN 17210) anstrebt, die künftig Voraussetzung für bestimmte Gebäudezertifizierungen werden könnten.
HST-Türen als optimale Terrassentür für Senioren – Mechanismus, Schwelle, Antrieb
Nicht alle Schiebetüren sind gleich. Die verbreiteten und günstigeren Dreh-Kipp-Schiebe-Systeme (PSK) bieten technisch keine Möglichkeit, eine Nullschwelle einzubauen – sie haben eine hohe Schwelle wie ein Fensterrahmen. Die barrierefreie Schwelle ist ausschließlich Domäne der Hebe-Schiebe-Systeme (HST).
Warum der HST-Mechanismus das Öffnen auch mit wenig Handkraft ermöglicht
Der HST-Mechanismus funktioniert nach einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Beim Betätigen des Griffs hebt sich der Flügel um 5–8 mm, löst sich von den Dichtungen und überträgt sein Gewicht auf präzise Laufwagen. In dieser Phase gibt es keine Reibung – der Flügel rollt buchstäblich auf Lagern.
In der Praxis bedeutet das: Selbst ein 200–250 kg schwerer Flügel lässt sich mit einem Finger verschieben. Die in BWS-Systemen eingesetzten Hautau-ATRIUM-HS-Beschläge tragen Lasten von 330 bis 440 kg, arbeiten also bei einem typischen Flügelgewicht nur auf halber Leistung. Diese Leistungsreserve garantiert jahrzehntelange Leichtgängigkeit – und ist entscheidend für Senioren, bei denen die Handkraft mit zunehmendem Alter systematisch abnimmt.
Wann lohnt sich ein elektrischer HST-Antrieb?
Für Personen mit fortgeschrittenen rheumatischen Beschwerden oder für Menschen, die ausschließlich im Rollstuhl sitzen, kann selbst die leichte Schiebebewegung eine Herausforderung darstellen. Die Lösung ist ein elektrischer HST-Antrieb, integriert in die Hautau-Automatik. Der Antrieb bewegt Flügel bis 440 kg und ermöglicht die Steuerung per Fernbedienung, Wandpanel oder Smartphone-App.
Wichtig: Stromversorgung und Kabelkanäle für die HST-Automatik müssen bereits in der Planungsphase vorgesehen werden, bevor die Böden gegossen werden. Eine spätere Nachrüstung ist zwar möglich, aber kostspielig und technisch aufwändig.
HST aus PVC oder Aluminium für das seniorengerechte Zuhause?
HST-Türen aus PVC mit GEALAN-S9000-Profilen bieten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das System erreicht einen Wärmedurchgangskoeffizienten Uw ab 0,71 W/(m²K), trägt Flügel bis 400 kg und erlaubt Verglasungen bis 14 m². Es ist die Wahl für Bauherren, die eine bewährte Lösung in Standardabmessungen suchen.
Aluminium-Systeme eröffnen deutlich größere gestalterische Möglichkeiten. Das Yawal DP180 Primeview – das Top-HST-System im BWS-Portfolio – erreicht Uw ab 0,7 W/(m²K) bei 47 dB Schalldämmung, Flügelgrößen bis 3.300 × 3.300 mm und einem Flügelgewicht bis 600 kg in der Ausführung mit Antrieb. Entscheidend: Das System verfügt über eine integrierte Linienentwässerung und ermöglicht die vollständige Nivellierung der Schwelle mit dem Bodenbelag. Der schmale Mittelsteg (nur 47 mm) unterbricht das Panorama kaum.
Das Aliplast Ultraglide bietet eine modulare Plattform mit fünf Varianten – vom wirtschaftlichen UG bis zum designorientierten Monorail – mit Eckverbinder ohne Pfosten (90°) und einer niedrigen, mit dem Boden niveaugleichen Schwelle. Das System trägt Flügel bis 3.200 × 3.300 mm und 440 kg.
Das Yawal Moreview ist die dritte Option im BWS-Sortiment – ein visionäres Glasschiebewandsystem mit bis zu 18 Meter Breite, dem schmalsten Pfosten am Markt (27 mm) und Uw ab 0,7 W/(m²K). Das ist die Lösung für Prestigevillen, bei denen der schwellenfreie Übergang mit dem Effekt einer unsichtbaren Wand verbunden ist.
Einen ausführlichen Vergleich von HST-PVC- und Aluminium-Systemen finden Sie in unserem Artikel: HST- vs. PSK-Türen – Unterschiede und die perfekte Wahl für Ihre Terrasse.
Die Haustürschwelle – die zweite Barriere, die oft vergessen wird
Ein barrierefreies Zuhause beschränkt sich nicht auf die Terrasse. Wenn Sie die Barriere am Gartenausgang beseitigen, aber eine hohe Schwelle an der Haustür belassen, verlagert sich das Problem zur Gebäudevorderseite. Ein Senior, der sicher auf die Terrasse gelangt, kann beim Betreten des Hauses von der Straße stolpern – und dort ist ein Sturz auf hartem Pflaster noch gefährlicher als auf einer Holzterrasse.
Unterschied zwischen Haustürschwelle und HST-Schwelle
Eingangstüren funktionieren anders als Schiebetüren – sie werden auf Scharnieren geöffnet, nicht auf Schienen verschoben. Die Schwelle erfüllt hier in erster Linie eine Dichtungsfunktion (Schutz vor Regenwasser, Wind und Kälte) sowie eine konstruktive Funktion (unterer Rahmenabschluss). Eine Standardschwelle bei Außentüren hat üblicherweise 15–25 mm Höhe – deutlich weniger als bei HST-Systemen, aber für einen Senior mit Rollator oder eine Person im Rollstuhl noch ein Hindernis.
Wesentlicher Unterschied: Bei Eingangstüren gibt es keine Laufschiene, daher ist es technisch einfacher, ein niedriges Schwellenprofil zu realisieren. Die Herausforderung besteht darin, die Dichtigkeit zu erhalten – die Schwelle muss Wasser wirksam ableiten und Zugluft blockieren, gleichzeitig aber so niedrig wie möglich sein.
Worauf Sie bei der Haustürschwelle im barrierefreien Haus achten sollten
Das Geländegefälle vor der Tür (1,5–2 %) sollte Wasser vom Schwellenbereich weg, nicht hin zu ihm ableiten. Ein Vordach über dem Eingang schützt die Schwellenzone vor direktem Regeneinfall und verlängert die Lebensdauer der Dichtungen. Befindet sich vor dem Eingang eine Stufe, bietet sich eine Rampe mit maximal 5 % Neigung nach DIN EN 17210 und DIN 18040 an, mit beidseitigen Handläufen.
Elektrische Schlösser, steuerbar per Fernbedienung, PIN-Code oder biometrischem Leser, erleichtern das Entriegeln erheblich, wenn die Fingergeschicklichkeit nachlässt. BWS-Systeme können werkseitig für die Integration in Smart-Home-Systeme vorbereitet werden, sodass die Haustür bequem per Smartphone oder Wandpanel bedienbar ist.
Das vollständige Sortiment an Aluminium- und PVC-Haustüren mit technischen Parametern und Personalisierungsoptionen finden Sie im Bereich Türen auf der Website von BWS Technika Budowlana.
Planungsanforderungen für schwellenfreie Terrassenübergänge – 6 Punkte, die Sie nicht übersehen dürfen
1. Bodenaufbautiefe und Unterkonstruktion unter der Nullschwelle
Die Standardschwelle eines HST-Systems beträgt 48–50 mm. Um sie im Boden zu versenken, muss die Unterkonstruktion im Bereich der Öffnung ca. 45 mm unterhalb der Fertigbodenhöhe abgesenkt werden. In diesem Raum werden Wärmedämmblöcke aus druckfestem Material eingebracht – Purenit oder hartes XPS.
Normaler Styropor ist absolut ungeeignet. Unter dem Gewicht einer mit einem Flügel belasteten Schwelle (400–600 kg) gibt er nach, die Schwelle setzt sich, der Flügel klemmt, es entstehen Undichtigkeiten. Die Reparatur erfordert den Ausbau der gesamten mehrere hundert Kilogramm schweren Konstruktion.
Die Entscheidung für eine Nullschwelle muss VOR dem Einbringen des Innenestrichs fallen. Eine Planungsänderung nach der Fertigstellung des Bodenbelags ist der teuerste Fehler – sie kostet das Aufbrechen des Bodens, die Ausführung einer neuen Unterkonstruktion und das erneute Verlegen des Belags.
2. Durchgangsbreite – mindestens 90 cm, optimal 120 cm
Die Norm DIN EN 17210 schreibt eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 90 cm vor. Für optimalen Komfort – freies Manövrieren mit einem elektrisch angetriebenen Rollstuhl, Durchfahren mit Begleiter – werden 120 cm und mehr empfohlen. Vor dem Terrassenausgang sollte ein Bewegungsraum von mindestens 1.500 × 1.500 mm für das freie Wenden eines Rollstuhls eingeplant werden.
3. Linienentwässerung – ein Fehler bedeutet Wasser im Wohnzimmer
Bei einer Nullschwelle fließt Regenwasser, das an der großen Glasfläche herunterläuft, direkt in den mit dem Innenbodenbelag niveaugleichen Bereich. Ohne wirksame Barriere ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Wohnzimmer überschwemmt wird.
Die Terrasse muss mindestens 1–2 % Gefälle in Richtung Ablaufrinne haben. Ein Linienentwässerungssystem – eine Ablaufrinne unter einem ästhetischen Rost – fängt das Wasser unmittelbar vor der Schwelle auf und leitet es in die Regenwasserkanalisation ab. Das System Yawal DP180 Primeview verfügt über eine werkseitig in die Schwelle integrierte Linienentwässerung.
Achtung: Die Entwässerung muss mit dem Sanitärplaner VOR dem Estricheinbau koordiniert werden. Die Korrektur eines falsch ausgeführten Terrassengefälles kostet erfahrungsgemäß 3.500 bis 4.700 EUR (Rückbau, neuer Schichtaufbau, neue Fliesen).
4. Warmmontage der schwellenfreien Tür – Wärmebrücken eliminieren
Der Schwellenbereich ist bei großformatigen Verglasungen die häufigste Stelle für Wärmeverluste. Die Warmmontage einer HST-Tür bedeutet eine dreilagige Abdichtung: dampfdichte Folie innen, Niederdruckschaum in der Mitte, dampfoffene Folie außen. Unter der Schwelle: wärmedämmende Unterlagsblöcke mit einem Wärmeleitkoeffizienten von ca. λ = 0,25 W/mK und eine EPDM-Feuchtigkeitssperrfolie, die Schwelle und Fundament verbindet.
Ohne diese Maßnahmen entstehen im Winter kalter Bodenbelag an der Tür, Tauwasserkondensation und Schimmel – selbst bei vorhandener Fußbodenheizung.
5. Sturz und Stahlträger – Voraussetzung für Verglasungen ab 3 Meter Breite
Bei Spannweiten über 3 Metern reicht ein Standardsturz aus Stahlbeton nicht aus. Es wird ein individuell geplanter Stahlträger oder Unterzug mit mindestens 25–30 cm Auflage auf dem Mauerwerk auf jeder Seite benötigt. Eine Durchbiegung des ungesicherten Sturzes unter der Last der Decke blockiert den Flügel in der Führungsschiene – schon ein Millimeter Durchbiegung bedeutet, dass sich der 400 kg schwere Flügel nicht mehr verschieben lässt.
6. Montagetoleranzen – Aluminium arbeitet thermisch
Die Mauerwerksöffnung muss auf jeder Seite 15–20 mm größer sein als das Rahmenmaß der HST-Tür. Aluminium dehnt sich bei Hitze aus – dunkle Profile an der Südfassade können sich um einige Millimeter verlängern. Ohne Toleranzen verkeilt sich die Konstruktion. Beispiel: Sie bestellen eine Tür mit 3.000 mm Breite – die Öffnung planen Sie mit 3.040 mm (3.000 + 2 × 20 mm), oben fügen Sie weitere 20 mm hinzu.
Normen und Barrierefreiheitsvorschriften – wie man sie auf das Einfamilienhaus überträgt
Was GEG und DIN EN 17210 zu barrierefreien Terrassentüren sagen
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für Neubauten einen maximalen Wärmedurchgangskoeffizienten Uw für Fenster und Terrassentüren vor. Die HST-Systeme im BWS-Sortiment erreichen Uw-Werte ab 0,7 W/(m²K) und übertreffen damit die aktuellen GEG-Anforderungen deutlich. Die DIN EN 17210 beschreibt die Zugänglichkeit der gebauten Umwelt und empfiehlt eine Mindestdurchgangsbreite von 90 cm, einen maximalen Höhenunterschied von 20 mm an Verkehrswegen sowie einen Bewegungsraum von 1.500 × 1.500 mm vor dem Eingang.
Ergänzend gelten in Deutschland die DIN 18040-1 (öffentlich zugängliche Gebäude) und DIN 18040-2 (Wohngebäude), die konkrete Anforderungen an barrierefreie und rollstuhlgerechte Ausstattung definieren. Auch wenn diese Normen im privaten Einfamilienhaus nicht verpflichtend sind, bieten sie einen wertvollen Planungsrahmen für zukunftssicheres, altersgerechtes Wohnen.
KfW, Pflegekasse und BEG – wann der Einbau barrierefreier Terrassentüren gefördert werden kann
Für Haushalte, die barrierereduzierende Umbaumaßnahmen planen, gibt es in Deutschland attraktive Förderprogramme. Das KfW-Programm 159 Altersgerecht Umbauen – Kredit sowie die Zuschussvariante 455-B ermöglichen die Finanzierung barrierefreier Terrassentüren und Eingangslösungen. Pflegebedürftige Personen können zudem einen wohnumfeldverbessernden Zuschuss von bis zu 4.000 EUR nach § 40 SGB XI bei ihrer Pflegekasse beantragen.
Für energetische Sanierungen – einschließlich des Austauschs alter, undichter Fenster und Terrassentüren – steht die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zur Verfügung. Moderne HST-Systeme mit Uw ab 0,7 W/(m²K) erfüllen die energetischen Mindestanforderungen der BEG problemlos.
Wichtiger Hinweis: Maßnahmen dürfen grundsätzlich erst nach bewilligter Förderung begonnen werden. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn führt zum Verlust des Förderanspruchs. Die aktuellen Konditionen und Antragswege entnehmen Sie bitte direkt den Programmwebseiten der KfW (www.kfw.de) und des BAFA (www.bafa.de).
Barrierefreies Wohnen in der Praxis – verschiedene Nutzergruppen, verschiedene Bedürfnisse
Jeder Nutzer eines schwellenfreien Übergangs hat andere Prioritäten. Das Verständnis dieser Unterschiede hilft dabei, die optimale HST-Konfiguration zu wählen.
Alleinlebende Senioren
Priorität: Sturzrisiko minimieren. Niedrigschwelle (bis 20 mm) oder Nullschwelle, deutliche Farbkontraste an der Übergangskante, Beleuchtung im Terrassenbereich. Das HST-System mit leichtem Schiebegang gibt dem Senior das Gefühl von Selbständigkeit – er öffnet und schließt die Tür ohne Kraftaufwand und ohne zu rucken.
Familien oder pflegende Angehörige
Priorität: Sicherheit der pflegebedürftigen Person und sinnvolle Kostenoptimierung. Zentrale Fragen: Kann ich KfW- oder Pflegekassenförderung nutzen? Lohnt es sich, sofort in eine Automatik zu investieren, statt sie später nachzurüsten? Ein pragmatischer Ansatz ist die Stufenplanung – zunächst die Terrassentür (häufigste Barriere), dann ggf. Bad und weitere Bereiche.
Personen mit Mobilitätseinschränkungen
Priorität: vollständige Autonomie. Nullschwelle (unter 5 mm) oder idealerweise bündig mit dem Bodenbelag, Durchgangsbreite mindestens 90 cm (optimal 120 cm), elektrischer Antrieb mit Steuerung aus dem Rollstuhl heraus – per Fernbedienung, mobiler App oder sprachgesteuert über ein Smart-Home-System.
Architekten und Planer
Priorität: Vermeidung von Planungsfehlern an den Schnittstellen der Gewerke (Bodenleger, Sanitärinstallation, Fensterbau). Architekten benötigen belastbare Daten: Aufbautiefe 45 mm unter der Schwelle, Montagetoleranzen 15–20 mm, Terrassengefälle 1–2 %, Anforderungen an Stürze und Lasten. Einen detaillierten Planungsleitfaden für Fachleute finden Sie in unserem Artikel: Barrierefreie HST-Türen – 8 Punkte, die der Architekt im Entwurf berücksichtigen sollte.
Bauträger und Projektentwickler
Priorität: Skalierbarkeit, Zertifizierung, Marktwert. Schwellenfreie Terrassenausgänge werden zum Standard im gehobenen Wohnungsbau. Für Bauträger, die Wohnanlagen mit Blick auf die Aging-in-Place-Strategie entwickeln, ist das ein Differenzierungsmerkmal, das den Wert der Immobilie in den Augen der Käufergruppe 50+ erhöht.
Universal Design – warum schwellenfreie Terrassentüren nicht nur Senioren zugutekommen
Barrierefreies Planen kommt allen Bewohnern zugute. Eltern mit Kinderwagen, Personen mit vorübergehenden Verletzungen auf Krücken oder jemand, der einen Gartentisch vom Wohnzimmer auf die Terrasse trägt – alle profitieren von einem ebenen Übergang.
Kinder, Kinderwagen, temporäre Verletzungen – vorausschauendes Planen
Universal Design ist eine Planungsphilosophie, die davon ausgeht, dass sich die Bedürfnisse der Bewohner im Laufe des Lebens wandeln. Ein 30-jähriges Paar, das heute ein Haus baut, plant den Raum für einen Kinderwagen. In zwanzig Jahren erleichtern dieselben Türen den alternden Eltern das Leben. In weiteren fünfzehn Jahren helfen sie den Bewohnern selbst, wenn die körperliche Mobilität nachlässt. Ein schwellenfreier Terrassenübergang ist eine Investition, die gemeinsam mit den Bewohnern reift.
Immobilienwert und Wiederverkäuflichkeit eines barrierefreien Hauses
Ein barrierefrei gestaltetes Haus lässt sich auf dem Wiederverkaufsmarkt leichter veräußern. In Deutschland und Österreich werden Barrierefreiheitszertifikate zunehmend zum Bestandteil von Immobilienangeboten und steigern den Wert der Immobilie messbar. Angesichts des demographischen Wandels und des wachsenden Bewusstseins für Universal Design gewinnen barrierefreie Häuser bereits heute einen echten Wettbewerbsvorteil.
HST-Automatik und Smart Home – wie man Terrassentüren ins intelligente Zuhause integriert
Was in der Planungsphase vorgesehen werden muss
Ein HST-Antrieb benötigt eine 230-V-Stromversorgung, die bis zur Montageöffnung geführt wird. Das Kabel sollte in der Wanddämmung verlegt werden und in einer Unterputzdose enden – üblicherweise im Sturzbereich oder in einem der Seitenpfosten. Hinzu kommt ein Steuerkabel zur Gebäudeautomationszentrale (KNX, Loxone oder vergleichbare Systeme).
Die in BWS-Systemen eingesetzte Hautau-Automatik trägt Flügel bis 440 kg und ermöglicht die Programmierung von Szenarien: automatisches Schließen bei Regen (Wettersensor), Öffnungssperre bei starkem Wind, Lüftungszeitplan für bestimmte Stunden. Für einen Rollstuhlfahrer bedeutet das: Türöffnung per Knopfdruck – ohne Aufstehen, ohne Kraftaufwand, ohne fremde Hilfe.
Wenn Sie aktuell keine Automatik planen, aber die Option offenhalten möchten, genügt es, während des Baus Leerrohre in den Wänden zu verlegen. Der Aufwand ist minimal, der Nutzen enorm – Sie vermeiden das spätere Stemmen von Wänden.



