Terrassenschiebetüren im Vergleich – HST, PSK, Slide und Faltschiebesystem: Unterschiede und die richtige Wahl
Die moderne Architektur verwischt zunehmend die Grenzen zwischen Innenraum und Außenwelt. Bauherren und Architekten planen Terrassenöffnungen mit Breiten von sechs, manchmal sogar mehr als zehn Metern – bei solchen Dimensionen stößt die klassische Fensterkonstruktion schnell an ihre absoluten Grenzen. Die Entscheidung für ein bestimmtes System geht dabei weit über rein ästhetische Fragen hinaus. Der gewählte Mechanismus bestimmt den täglichen Bedienkomfort, die Energiebilanz des Gebäudes, die akustischen Eigenschaften und – langfristig betrachtet – die Störungsfreiheit einer Konstruktion, die extremen Wind- und Temperaturbelastungen ausgesetzt ist.

Was alle Schiebetürsysteme verbindet – und warum sie sich grundlegend von klassischen Balkontüren unterscheiden
Herkömmliche Balkontüren mit klassischen Drehbeschlägen benötigen freie Schwenkbereiche vor der Öffnung. Bei kleinen Formaten ist das lediglich eine kleine Einschränkung bei der Raumgestaltung – bei Panoramaverglasung hingegen wird es zur echten Barriere. Das Grundprinzip aller Schiebetürsysteme besteht darin, das Flügelgewicht und die Bewegung parallel zur Rahmenfläche oder angrenzenden Wand zu verlagern. Der Flügel greift nicht in den Wohnraum ein und ermöglicht so die vollständige Nutzung sowohl der Wohnzimmer- als auch der Terrassenebene.
Ein wesentlicher Unterschied liegt auch in der Statik der Konstruktion. Moderne Dreifach-Verglasungspakete aus Sicherheits- oder Verbundsicherheitsglas wiegen mehrere hundert Kilogramm – eine sichere Aufhängung an Standard-Seitenangeln ist physikalisch nicht möglich. Das Gewicht muss vertikal auf die untere Laufschiene, die Schwelle und weiter auf das Gebäudefundament übertragen werden.
Als Antwort auf diese Herausforderungen entwickelten Ingenieure vier unterschiedliche Mechanismen, die sich nicht nur im Preis, sondern grundlegend in ihrer Funktionsweise und den technischen Grenzmöglichkeiten unterscheiden: Parallel-Schiebe-Kipp-Türen (PSK), Systeme mit verdecktem Schiebemechanismus (Slide), Hebe-Schiebe-Türen (HST) sowie das segmentierte Faltsystem (Falttüren).
PSK – Parallel-Schiebe-Kipp: bewährt und wirtschaftlich

Das PSK-System (Parallel-Schiebe-Kipp) ist eine der ersten und bis heute äußerst verbreiteten Lösungen der Branche für eine platzsparende Terrassenöffnung. Die Konstruktion basiert auf standardmäßigen, mehrkammerigen Fensterprofilen mit integriertem Laufsystem.
Wie funktioniert der PSK-Mechanismus?
Der Schlüssel zum Verständnis des Systems liegt in der namensgebenden Mechanik: „Parallel-Schiebe-Kipp“. In geschlossener Position liegt der Flügel bündig am Rahmen an und presst die Dichtungen rundum – identisch wie ein klassisches Fenster, was eine hervorragende Dichtheit gewährleistet.
Beim Drehen des Griffes in die erste Position wird die Oberkante des Flügels gekippt und ermöglicht so eine Mikrolüftung, ohne das gesamte Durchgangssystem zu entriegeln. Weiteres Drehen des Griffs und Ziehen in Richtung des Nutzers schiebt den gesamten Flügel einige Zentimeter in den Raum. Anschließend rollt der Flügel – gestützt auf Laufwagen im unteren Rahmenbereich – auf der Schiene in der Schwelle und schiebt sich über den feststehenden Teil der Konstruktion.
Im Gegensatz zu fortgeschrittenen Hebe-Systemen erfolgt die Bewegung beim PSK ohne vertikales Anheben des Flügels – das Gewicht ruht während der gesamten Bewegung auf den Laufwagen.
Für wen eignet sich PSK – ideale Einsatzbereiche
Das System zeigt seine größte Stärke unter klar definierten baulichen Bedingungen. PSK-Türen sind die optimale Wahl für Mehrfamilienhäuser, Balkone mit Standardmaßen sowie bei der energetischen Sanierung älterer Gebäude. Die eingebaute Kippfunktion macht sie ideal für Bereiche, in denen regelmäßige Lüftung ohne das Öffnen des großen Flügels eine wesentliche Anforderung ist.
Sie sind die erste Wahl für Bauherren mit klar definiertem, geringerem Budget, bei denen der Wärmedämmwert bei Standardöffnungsgrößen die wichtigste Anforderung ist. Die Entscheidung für dieses System setzt voraus, dass eine höhere Bodenschwelle die Mobilität der Bewohner nicht beeinträchtigt.
Vorteile der PSK-Tür
- Günstigster Einstiegspreis unter allen Schiebetürsystemen – maximale Kosteneffizienz
- Kompromisslose Dichtheit – der Mechanismus presst den Flügel rundum an den Blendrahmen und bildet eine hermetische Barriere gegen Wind und Schlagregen
- Kippfunktion für Mikrolüftung ohne Öffnen des Durchgangs – einzigartig in dieser Preisklasse
- Technologische Verwandtschaft mit klassischer Fensterkonstruktion – einfache Montage, unkomplizierte Justierung und günstiger Kundendienst nach der Garantiezeit
Nachteile und Einschränkungen der PSK-Tür
- Hohe Bodenschwelle verhindert eine barrierefreie Verbindung zwischen Wohnzimmer und Terrasse
- Das Herausschieben des schweren Flügels aus dem Rahmen erfordert deutlich mehr Kraft als bei Hebe-Systemen
- Neigung zur Dejustierung des Mechanismus bei unsachgemäßer Bedienung
- Maximale Breite von ca. 3,30 m schließt das System aus Panoramaprojekten aus
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Slide-Türen – modernes Aluminium zwischen PSK und HST

Was ist der Unterschied zwischen Slide-Schiebetüren, HST und PSK? – das ist eine der häufigsten Fragen in der Planungsphase. Das System schließt die technologische Lücke zwischen dem kostengünstigen PSK und dem Flaggschiff HST.
Was zeichnet das Slide-System aus?
Das Funktionsprinzip basiert auf innovativen, verdeckten Laufwagen, was eine unvergleichlich leisere und geschmeidigere Funktion als bei Parallel-Schiebe-Kipp-Systemen gewährleistet. Im Gegensatz zu HST hebt der Slide-Mechanismus den Flügel nicht vertikal an, und im Gegensatz zu PSK erfordert er kein Herausschieben ins Innere. Die Griffdrehung entriegelt die Verriegelung und reduziert den Druck auf die präzise konzipierten Umlaufdichtungen, sodass der Flügel mit minimalem Reibungswiderstand auf der Schiene rollen kann.
Ein charakteristisches Merkmal dieser Systemfamilie ist die extrem reduzierte Sichtbarkeit der Tragprofile. Schlanke Aluminiumprofile bieten bis zu 30 % mehr Glasfläche als Standardsysteme in derselben Öffnung und verstärken so den natürlichen Lichteinfall im Innenbereich erheblich.
Für wen eignet sich das Slide-System?
Slide-Türen sind die präzise Antwort für Liebhaber moderner, puristischer Architektur. Sie eignen sich hervorragend für geräumige Apartments und Häuser, in denen die Schlankheit der Profile absolute Priorität hat. Varianten ohne aufwändige Wärmedämmung – wie das rahmenlose Aliplast Slide Glass – sind eine herausragende Lösung für die Überdachung von Terrassen, bioklimatischen Pergolen, unbeheizten Wintergärten sowie Trennwände in Loft-Bereichen.
Das System richtet sich an Bauherren, deren Budget über dem eines Standard-PVC-Systems liegt, bei denen aber die Besonderheiten des Objekts kein vollwertiges und teuerstes HST-System erfordern.
Vorteile des Slide-Systems
- Radikal schmale Aluminiumprofile – bis zu mehrere Zehnprozent mehr Glasfläche im selben Öffnungsmaß
- Hohe Bedienqualität – leiser und müheloser Betrieb ohne massive mechanische Ausschubschienen
- Optimale Preispositionierung – vernünftige goldene Mitte zwischen dem budgetorientierten PSK und dem Premium-HST
- Innovative Mehrschienenkonfigurationen (3, 4 oder sogar 5 unabhängige Schienen), die es ermöglichen, alle Scheiben auf einer Seite zu stapeln und eine breite Durchgangsöffnung freizugeben
- Breites Produktportfolio – von gedämmt (Slide Plus) bis „kalt“ (Slide Glass, Ecoslide) für Pergolen und Wintergärten
Nachteile und Einschränkungen des Slide-Systems
- Ausschließliche Verwendung von Aluminium positioniert das System preislich über vergleichbaren PVC-Konstruktionen
- Keine Kippfunktion – Lüftung nur durch Spaltöffnung oder vollständiges Aufschieben des Flügels
- Grenztragfähigkeit der Laufwagen von ca. 120 kg verhindert die Montage der schwersten, schalldämmenden Verglasungspakete, die von HST-Mechanismen problemlos bewältigt werden
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HST – Hebe-Schiebe-Tür: der Premium-Standard

Das HST-System (Hebe-Schiebe-Tür) ist die Flaggschieb-Technologie – konzipiert für die anspruchsvollsten Projekte, bei denen extreme Scheibenformate, perfekte Wärmedämmung und höchster Bedienkomfort entscheidend sind.
Wie funktioniert der HST-Mechanismus – warum lässt er sich „mit einem Finger öffnen“?
Um das Funktionsprinzip der Hebe-Schiebe-Tür zu verstehen, muss man einen Blick auf die ausgeklügelte Mechanik der verdeckten Beschläge werfen. Im Ruhezustand liegt der schwere Flügel direkt auf der unteren Schwelle und dem System der Umlaufdichtungen auf. Dieser statische Anpressdruck, verstärkt durch das Gewicht des Verglasungspakets, garantiert absolute Dichtheit gegen Wind und Niederschlag.
Das Drehen des Griffs aktiviert ein komplexes Hebelwerk, das im Flügelrahmen verborgen ist. Integrierte Tragwagen fahren aus und heben den gesamten Flügel physisch um 5–8 mm an. Durch das Anheben wird der Druck auf die unteren und oberen Dichtungen sofort aufgehoben – der Flügel ruht ausschließlich auf kugelgelagerten Laufrollen und gleitet mit minimalem Widerstand entlang der Schiene.
Erstklassige Beschläge – wie die Hautau ATRIUM HS – weisen eine Standardtragfähigkeit von 330 kg und in Sonderversionen bis zu 440 kg auf. Ein typischer Flügel mit 200–250 kg belastet den Mechanismus nur zur Hälfte seiner Grenzkapazität – daher die Leichtgängigkeit der Bedienung und die langjährige Störungsfreiheit. Das System lässt sich mit elektromechanischen Antrieben integrieren und fügt sich nahtlos in Smart-Home-Ökosysteme ein.
Für wen eignet sich HST?
Die Verwendung von Hebe-Schiebe-Türen ist bei Projekten mit Verglasungen über 10 m² eine ingenieurtechnische Notwendigkeit. Terrassentüren für Passivhäuser nach den Anforderungen der deutschen Energieeinsparverordnung (GEG) und dem Passivhaus-Standard nutzen HST aufgrund der hervorragenden Wärmebilanz (Uw ≤ 0,71 W/(m²K)). Das schwellenlose System macht es zur einzig richtigen Wahl für barrierefreies Bauen – es garantiert vollständige Zugänglichkeit und Sicherheit für Kleinkinder, ältere Menschen und Rollstuhlfahrer. Es ist die bevorzugte Wahl von Architekten, die geräumige Residenzen und minimalistische Villen entwerfen, die die Grenze zwischen Innen- und Außenraum verschwimmen lassen.
Vorteile der HST-Tür
- Perfekt ebene, schwellenlose Verbindung zwischen Wohnraum und Terrasse – das einzige System, das volle Barrierefreiheit gewährleistet
- Bedienung von Flügeln mit mehreren hundert Kilogramm mit einer Hand – ein technologisches Meisterwerk, das PSK weit übertrifft
- Maximaler Lichteinfall – größtmögliche Glasflächen in der Außenwand
- Präzises Arretieren des Flügels an beliebiger Position der Laufschiene
- Verdeckte Beschläge und vollständige Automatisierbarkeit mit Smart-Home-Integration
- Förderfähig durch energetische Sanierungsprogramme (z. B. BEG, KfW) dank zertifizierter Uw-Werte
Nachteile und Einschränkungen der HST-Tür
- Notwendigkeit einer präzisen Vorbereitung der Bodenkonstruktion und Entwässerung bereits vor der Bestellung
- Preis mehrfach höher als eine vergleichbare PSK-Konfiguration
- Keine Kippfunktion
- Die Montage erfordert schweres Gerät (Manipulatoren, Kräne), ein tragfähiges Fundament und Planung in der frühesten Projektphase
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Falttüren – wenn maximale Öffnung zählt


Wann sollte man Aluminium-Falttüren wählen? Immer dann, wenn das übergeordnete Ziel die vollständige Beseitigung der physischen Raumtrennung und die Verschmelzung von Innen- und Außenraum ist.
Wie funktionieren Falttüren (Faltschiebesysteme)?
Das Funktionsprinzip ähnelt einem großformatigen Paravent. Die Flügelsegmente sind in vertikaler Ebene durch robuste Scharniere verbunden, die mit präzisen Laufwagen in unteren und oberen Schienen zusammenarbeiten. Das Entriegeln des Systems gibt die Verriegelung frei und ermöglicht das Zusammenschieben und Falten aller Tafeln nebeneinander.
Im Gegensatz zu HST oder PSK, bei denen ein erheblicher Teil der Verglasung in der Öffnung verbleiben muss, gibt der „geparkte“ Falttürblock 90–95 % der ursprünglichen Durchgangsbreite frei.
Für wen eignen sich Falttüren?
Sie sind unbedingt erforderlich in der Gastronomie und Hotellerie (HoReCa) – in Restaurants, Cafés und Hotels, wo in der Sommersaison eine nahtlose Integration von Innenraum und Terrasse gewünscht ist. Stellen Sie sich ein Restaurant am See vor, dessen Frontfassade zur Seite gefaltet wird und Speisesaal und Frischluft zu einem einzigen Erlebnis verschmelzen. Oder ein Boutique-Hotel, das seine Lobby zum Garten öffnet. Solche Szenarien sind für HST-Systeme technologisch unerreichbar – selbst die breitesten HST-Anlagen behalten feststehende Verglasungselemente in der Öffnung.
Im Privatbereich bilden Falttüren manchmal das Herzstück spektakulärer Wintergärten oder Villen mit „Wow-Effekt“ – bei denen statische HST-Scheiben das gewünschte Freiheitsgefühl nicht vermitteln.
Vorteile von Falttüren
- 90–95 % des Öffnungslichts freigelegt – für kein anderes System erreichbar
- Vielseitige Konfigurationen: zwei- bis mehrteilige Flügelkombinationen, innen oder außen faltend
- Breite Oberflächenauswahl: RAL-Lackierungen, Holzoptik-Beschichtungen, eloxierte Ausführungen
- Spektakulärer Raumeffekt – vollständige Öffnung des Innenraums zur Umgebung
Nachteile und Einschränkungen von Falttüren
- Vielfache vertikale Profile und Stoßdichtungen bedeuten eine Häufung potenzieller Wärmebrücken – Uw ab ca. 0,9 W/(m²K)
- Notwendigkeit sorgfältiger und regelmäßiger Wartung von Dutzenden Scharnieren und Schienen
- Höchste Kosten pro Quadratmeter Durchgang aller Systeme – bedingt durch die große Anzahl präziser Beschläge und hochwertigen Aluminiums
- Der Architekt muss ausreichend Wandfläche seitlich reservieren, um das zusammengeschobene, sperrige Scheiben-Paket „zu parken“
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HST, PSK, Slide oder Falttür – was wählen?
Die Entscheidung zwischen den Systemen erfordert eine logische Abwägung der Projektanforderungen und des verfügbaren Budgets gegenüber den technischen Eigenschaften jedes Mechanismus.
Kleiner Standardöffnung (z. B. 2,50 × 2,10 m), striktes Budget → PSK in PVC. Kompromisslose Wärmesperre zum günstigsten Preis. Wenn die Spezifikation etwas größere Verglasungen mit Kippfunktion erfordert und das Budget flexibler ist, bietet PSK in Aluminium eine höhere Rahmensteifigkeit und längere Lebensdauer der Laufwagen.
Klares, modernes Design mit feinsten Profilen, ohne Kippfunktion → Slide-Schiebetür. Optimale Preispositionierung verbindet visuellen Luxus großformatiger Scheiben mit moderatem Investitionsaufwand.
Kompromissloser Luxus, Passivhaus-Standard, Verglasungen über 10 m² → HST. In der preisgünstigen PVC-Variante (Uw ≤ 0,71 W/(m²K)) für solide Wohnhäuser. In der großformatigen Aluminium-Ausführung – für Bewegungsfassaden und Designprojekte.
Luxusgastronomie, Hotellerie, maximale 95 % Durchgangsöffnung → Aluminium-Falttür. Das einzige System, das die vollständige Beseitigung der physischen Raumtrennung ermöglicht.
Werkstoff – PVC oder Aluminium?
Die Wahl des richtigen Profilwerkstoffs bestimmt das Verhalten der gesamten Anlage unter verschiedenen Temperaturbeanspruchungen.
PSK funktioniert gut in beiden Werkstoffen – mehrkammriges PVC als hervorragender Wärmedämmstoff bietet das kostengünstigste energiesparende Modell. Aluminium liefert höhere Steifigkeit und ermöglicht eine optisch schlankere Rahmenkonstruktion.
HST in PVC ist die preisoptimale Lösung für das energieeffiziente Wohnhaus. HST in Aluminium übernimmt die Führung, wenn die Anforderungen das Standardmaßraster übersteigen – der hervorragende Elastizitätsmodul von Aluminiumlegierungen schützt Flügel vor Durchbiegung und ermöglicht radikal schmale Profile (z. B. 27 mm bei Yawal Moreview), wobei der Rest des Tragwerks hinter den Fassadenkanten verborgen bleibt.
Slide und Falttüren sind die Domäne von Aluminium. Mehrschienige Slide-Führungen erfordern eine ideale Tragstabilität auf Bruchteile von Millimetern genau. Zusammenfaltende Flügel von Faltsystemen, die durch viele Scharniere auf Zug beansprucht werden, können dauerhaft sicher nur auf verstärktem Aluminium betrieben werden.
Grundsatz: Je größer die Öffnung und je anspruchsvoller die Architektur, desto häufiger fällt die Wahl auf Aluminium.
Orientierungspreise für Schiebetüren
Die Preispositionierung entspricht der technologischen Komplexität und den konstruktiven Möglichkeiten. PSK in PVCist die budgetfreundlichste Lösung – ein attraktiver Einstiegspunkt für Bauherren, die ein bewährtes Schiebetürsystem zu einem vernünftigen Preis suchen.
Der Schritt zu HST in PVC prüft die Budgetflexibilität deutlich – die Kosten einer Hebe-Schiebe-Konstruktion sind mehrfach höher als eine vergleichbare PSK-Konfiguration. Die Marktmitte, die die Preislücke zwischen Kipp- und Hebelösung schließt, nehmen Slide-Systeme ein.
Falttüren weisen die höchsten Kosten pro Quadratmeter Durchgang aller Systeme auf – bedingt durch die Vielzahl an Scharnier- und Riegelmechanismen sowie die Kumulation teurer Aluminiumprofile. Die Kalkulation erfolgt individuell für jede Segmentkonfiguration.
Eine wesentliche Kostenkomponente ist die Warmmontage – der Einsatz von Saugern, Kränen und Glasmanipulatoren erhöht die Investition um zusätzliche 15–25 % des Rahmenwerts. Individuelle Ausstattungsoptionen (einbruchhemmendes Glas P4A, elektromechanische Antriebe, Holzoptik-Beschichtungen) definieren die obere Kostengrenze.
Häufig gestellte Fragen zu Terrassenschiebetüren
Sind Terrassenschiebetüren einbruchhemmend?
HST- und PSK-Systeme können Einbruchhemmklassen bis RC 3 nach DIN EN 1627 erfüllen, was einer bestätigten Widerstandszeit von mindestens 5 Minuten gegen Einbruchversuche mit Werkzeug wie Brecheisen oder Schraubenzieher entspricht. Entscheidend ist die Verwendung des richtigen Verglasungspakets (z. B. Sicherheitsglas der Klasse P4A) in Kombination mit einer Mehrpunktverriegelung. Die RC-Klasse bezieht sich auf die gesamte Konstruktion – nicht nur auf das Glas oder das Profil allein – daher muss die Einbruchhemmspezifikation bereits bei der Bestellung festgelegt werden.
Wie lange halten Terrassenschiebetüren und was verschleißt am häufigsten?
Bei fachgerechter Montage und regelmäßiger Wartung behalten PVC- und Aluminiumprofile ihre Eigenschaften 30–40 Jahre. Verschleißteile, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, sind Laufwagen und Dichtungen – ihre Lebensdauer hängt von der Nutzungsfrequenz und der Qualität der Beschläge ab. Bei HST-Systemen mit Hautau ATRIUM HS-Beschlägen (Tragfähigkeit 330–440 kg) bewegt sich der Mechanismus weit unter seinen Grenzmöglichkeiten, was sich in langjähriger Störungsfreiheit niederschlägt. Bei PSK-Systemen ist die häufigste Störung die Dejustierung des Ausschubmechanismus – sie erfordert eine periodische Serwartung.
In welcher Bauphase muss eine Schiebetür geplant werden?
Das ist eine der wichtigsten Fragen, die leider oft zu spät gestellt wird. HST-Türen müssen bereits vor dem Gießen des Estrichs im Projekt berücksichtigt werden – es sind ein tragfähiges Fundament, die Planung der Bodenaufbauhöhe für die bündige Schwelle sowie die Planung der Linienentwässerung erforderlich. Werden diese Elemente im Rohbau nicht berücksichtigt, ist ein schwellenloses Übergang nachträglich nicht mehr realisierbar. PSK- und Slide-Systeme sind weniger anspruchsvoll, aber auch hier empfiehlt es sich, die genauen Öffnungsmaße mit dem Hersteller vor der Bestellung des Sturzes abzustimmen.
Wie werden Schiebetüren gewartet – was kann man selbst machen, was dem Fachbetrieb überlassen?
Selbst ausführen: Reinigung der Laufschienen von Sand und Verschmutzungen (vierteljährlich), Pflege der Dichtungen mit Silikonpräparat vor der Wintersaison sowie Reinigung der Profile mit neutralen Reinigungsmitteln. Dem Fachbetrieb überlassen: Justierung des Dichtungsanpressdrucks und der Flügelsenkrechten (alle 1–2 Jahre), Kontrolle des Laufwagenzustands sowie ggf. Austausch von Verschleißteilen. Bei Falttüren ist die Wartung aufwendiger – zahlreiche Scharniere und Schienen erfordern systematisches Schmieren und Spielkontrolle.
Können an Terrassenschiebetüren Rollläden oder Außenjalousien montiert werden?
Ja, aber das muss in der Planungsphase vorgesehen werden. Bei breiten HST- und Slide-Verglasungen werden am häufigsten Zip-Screens (Zippmarkisen) oder Fassadenjalousien eingesetzt. Zip-Screens haben bei sehr großen Formaten einen Vorteil – der Stoff, geführt in seitlichen Reißverschlussprofilen, hält Windböen bis 120 km/h stand. Entscheidend ist, im Sturz Rollladenkästen ausreichender Einbautiefe vorzusehen – eine nachträgliche Montage nach dem Einbau der Türen ist kostspielig und optisch häufig ein Kompromiss.
Was ist die minimale und maximale Breite der Öffnung für Schiebetüren?
Die praktische Mindestbreite liegt bei ca. 1,50 m für PSK – darunter verlieren Schiebetüren ihren funktionalen Sinn. Die maximale Breite hängt vom System ab:
- PSK: bis ca. 3,30 m
- Slide: bis ca. 6,50 m
- HST PVC: bis ca. 6,50 m
- HST Aluminium (z. B. Yawal Moreview): spektakuläre Konstruktionen bis 18 m mit mehreren Schienen möglich
Falttüren haben keine starre Breitengrenze – jedes zusätzliche Segment vergrößert den Durchgang, erhöht jedoch auch Kosten und Wartungsaufwand.



